"Denn zum 

        Küssen sind sie da" 

USA, 1997
AESTHETICSreview
Der Film beginnt mit interessanten 90er-Effekt-Bildern welche durch einen Monolog des Täters untermalt werden. Das verspricht mehr, da ich eine solchen Einstieg selten oder vielleicht auch noch gar nicht bei einem Film gesehen habe. Ansonsten wird häufig mit schönen Hell- und Dunkel Kontrasten gearbeitet. Die Gesichter von Opfern wie auch Tätern und anderen Akteuren sind oft durch Licht in den Mittelpunkt gesetzt wobei der Rest des Bildes dunkel gehalten ist. Ansonsten tauchen typische Elementen wie Regen, Wald, und Nachtaufnahmen auf. Der Täter wie auch Alex Cross werden aus der Frischperspektive gezeigt - die Opfer parallel oder aus der Vogelperspektive um die Über- oder Unterlegenheit darzustellen. Größtenteils gibt es viele Großaufnahmen was den Zuschauer sehr dicht an die Geschichte heran kommen lässt. Die Musik wechselt von klassischer Untermalung bis modernen Songs ist aber größtenteils instrumental und dynamisch.
Krimi-Thriller
Morgan Freeman, Ashley Judd, Cary Elwes
 
Regie:         Gary Fleder
Drehbuch:  David Klass
Kamera:      Aaron Schneider
 
FSK 16
Polizeipsychologe Dr. Alex Cross, der spezialisiert darauf ist schwierige emotionale Situationen zu lösen, ist im aktuellen Fall nicht nur Betrachter sondern auch Beteiligter. Nachdem seine Nichte Naomi von dem bereits bekannten Verbrecher "Casanova" entführt wurde, begibt er sich auf die Ermittlerseite und versucht mit subtilen Mitteln Naomi und weitere vermisste Frauen zu finden.
STORYreview
Von Beginn an wird der Zuschauer gut abgeholt und die Geschichte vorangebracht. Man hat niemals das Gefühl, den Film nicht weiter schauen zu wollen was durch die zeitweise 3 parallelen Erzählstränge unterstützt wird. Die Darsteller können durchweg überzeugen und werden emotional gut vorgestellt. Die Hauptdarstellerin bekommt mit Szenen wie mitfühlende Patientengespräche, alleine im Haus lebend und Fische fütternd sowie dem Boxtraining verschiedene Charakterzüge. Letzteres trägt auch zur Plausibilisierung der Geschichte bei - sie ist nicht hilflos und kann sich wehren. Die Figur von Freeman wirkt leider sehr eindimensional - was nicht unbedingt an ihm als Darsteller sondern eher an einer "dünnen" Figurenskizzierung liegt. Der Film nimmt sich aber auch aufgrund seiner ruhigen Momente Zeit für seine Darsteller.
Das Ende kommt mit dem Haupttäter des bereits im Film bekannten Polizisten durchaus überraschend. Allerdings wirkt dies auch ein wenig konstruiert und nicht sehr originell. 
Gesehen bei
 
  Für Fans von: 
 
  Im Netz der Spinne
  Sieben
  Im Zeichen der Jungfrau
Fazit
Wenn auch mit einem paar Schwächen, ist "Denn zum Küssen sind sie da" ein durchaus guter Kriminalfilm mit Thrillerelementen der auch durch klassische Bilder überzeugen kann. Die Figur des Alex Cross ist, nach meiner Sicht, zu oberflächlich angelegt. Aus der Rolle eines Polizeipsychologen hätte man inhaltlich noch mehr rausholen können. Auch wenn ich Morgan Freeman als Darsteller durchaus mag, steht ihm eine Figur die analytisch und emotional mit seinem Gegenüber umgehen soll nicht so recht.

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